Der Stadtrat hat auf die Bürgerproteste reagiert. In der Sitzung des Grundstücks- und Bauausschusses am 3.12.09 wurde die ursprünglich geplante massive Ausweitung von Wohngebieten weitgehend zurückgenommen und das Bevölkerungswachstum begrenzt. Lediglich das sog. Erdbeerfeld soll zu einem Wohngebiet werden (sz vom 2.12.09 314 kb und vom 2.12.09 415 kb). |
Der derzeit noch gültige Flächennutzungsplan für Unterschleißheim ist mehr als 15 Jahre alt. Daher soll ein neuer Flächennutzungsplan erstellt werden, der für die nächsten 15 bis 20 Jahre Gültigkeit haben soll. Daran arbeitet seit 2009 ein fast geheimer Steuerkreis mit Vertretern von CSU und SPD, der noch nicht einmal allen politischen Parteien bekannt war. Als im Juli durch eine Indiskretion die Planungen an die Öffentlichkeit gelangten, war das Erschrecken groß. Von einem "maßvollen" Wachstum konnte nicht die Rede sein. Eine riesige Fläche zwischen südwestlichen Stadtrand (Valerystr. St-Rochus-Str.) und Berglwald, zurzeit ein teils landwirtschafltich genutzes Naherholungsgebiet, sollte zu einem Wohngebiet für bis zu 2500 Neubürger werden.
Es regte sich sehr schnell Bürgerprotest. Eine Initiative "Interessengemeinschaft für ein lebenswertes Unterschleißheim" wurde gegründet (sz vom 3.9.09 293kb) und der Bund Naturschutz rief zu einer Unterschriftenaktion auf (sz vom 7.9.09 123kb).
Beide Initiativen werden von Bündnis 90/die Grünen ausdrücklich unterstützt. Wir sind gegen eine massive Ausweitung der Wohnbebauung und eine unreflektierte Förderung des Unterschleißheimer Bevölkerungswachstum. Eine maßvolle Entwicklung halten auch wir für sinnvoll, allerdings müssen dabei Belange von Ökologie, Naturschutz, Umwelterhaltung vorrangige Priorität haben (Pressemittelung vom 10.9.09, sz vom 12.13.9.09 123 kb).
In der Zwischenzeit hat die CSU unter dem Eindruck des massiven Bürgerprotests einen Rückzieher gemacht (sz vom 12./13.9.09 223kb). Völlig überraschend hat jedoch die SPD einen Antrag eingebracht, mit dem ein Teil des ursprünglich vorgesehenen Gebietes, das sog. "Erdbeerfeld" zwischen Valerystr. und Waldfriedhof, in ein Neubaugebiet umgewidmet werden soll (sz vom 2./3./4.9.09 247kb). Dieser Antrag fand die Zustimmung der CSU, die damit einen teilweisen "Rückzieher von Rückzieher" machte. Grüne, ÖDP und FB stimmten dagegen.
Wir Grünen werden uns weiterhin gegen diese Planungen aussprechen. Es mag ja sein, dass - wie vom Planungsbüro vorgetragen - das ins Auge gefasste Gebiet von der Verkehrsanbindung, Nähe zu Schulen und Nahversorgung her geignet sei. Die Frage muss jedoch sein, ob ein Bevölkerungszuwachs von fast 3000 Neubürgern überhaupt sinnvoll ist und verkraftet werden kann. Dies ist eine politische und keine planerische Entscheidung, mit der man sich in Unterschleißheim bislang nicht wirklich befasst hat.
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